4. Weihnachtsfenster

Wenn ich als Wirt, das gewusst hätte …

Damals, als die zwei Fremden an meine Tür klopften, wenn ich gewusst hätte, was aus der Geschichte wird – das beste Zimmer hätte ich ihnen angeboten. Und für das Kind wäre mir das Beste gerade gut genug gewesen. Wenn sie doch wenigstens etwas Besonderes an sich gehabt hätten, dass mich aufmerksam gemacht hätte: `Pass auf, mit den zweien hat es etwas auf sich!` Aber nun bin ich für alle Jahrhunderte das schwarze Schaf in der Geschichte. Und ich wäre doch auch so gerne jemand, der sich sagt: „Wenn der kommt, mache ich alles auf!“ nach Johannes Kuhn aus „Auszeit für die Seele“

                                                                        „Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war, damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger. Und als sie dort waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte. Und sie gebar ihren  ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.“ Lukas 2, 4-7

„Er kam in seine Welt, aber die Menschen nahmen ihn nicht auf.“ Johannes 1,11

Der Wirt – oder war es eine Wirtin?

Können Sie sich das vorstellen? Nein, in diesem Jahr wahrscheinlich nicht…. Überfüllte Gaststätten und Hotels gab oder gibt es gerade nicht. Eher eine andere Not der Wirtsleute: Keine Gäste! Dabei würden sie gerne… nicht nur wegen des Geldes! Nein, sie wollten ja nie etwas anderes machen, als Menschen einen schönen Abend und ein gutes Essen oder einen entspannten Urlaub ermöglichen. Ja, das war der Grund dieses Geschäft einmal anzufangen. Und nun? Nichts, gar nichts!

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3. Weihnachtsfenster

Wegweiser Stern

Wer Sterne sehen will, der muss nach Draußen gehen.

Wer Sterne sehen will, der muss hinaus in die Dunkelheit, in die Nacht.

Wer Sterne sehen will, der kann nicht im warmen Zimmer im bequemen Sessel sitzen bleiben.

Der muss raus, raus in die Nacht!

Und dann nicht ins Rampenlicht gehen, nicht ins Scheinwerferlicht schauen,                                

nicht der bunten leuchtenden Reklame nachlaufen. Stars und Sternchen findest du überall.

Echte Sterne leuchten in der Dunkelheit.

Der Stern von Bethlehem leuchtet auch in deinen dunklen Nächten.

Mach dich auf! Such diesen Stern!

Er wird dir Hoffnung schenken in deiner Trostlosigkeit.

Er wird dir den Weg zeigen heraus aus dem Irrgarten deines Lebens.

Er wird dir Licht geben auf deinen einsamen und dunklen Wegen.

Der Stern von Bethlehem will auch dein Wegweiser sein.

 

Die Weisen aus dem Morgenland

Sie sind die Geschenkebringer in der Weihnachtsgeschichte…(nachzulesen in der Bibel, Matthäus 2, 1-12)                                                                                                                                                    Gold, Weihrauch und Myrrhe… das weiß wahrscheinlich jeder, auch wenn keiner sich so recht vorstellen kann, was das nun wirklich war und wie sie es brachten. Aber zumindest lag in den Geschenken eine wichtige Bedeutung und zu einem König ohne Geschenke zu kommen wäre nicht denkbar gewesen. Es waren also alles Geschenke für einen König: Gold – das ist klar… Weihrauch? Myrrhe? Beides sind Baumharze aus Afrika oder Indien und wurden wegen ihrer Heilkraft als Naturheilmittel gebraucht. Sie galten deshalb oft mehr als Gold. Weihrauch war jedoch auch in den Tempeln als Räuchermittel bekannt und so vermutet man, dass die Weisen aus dem Morgenland mit ihrem Geschenk symbolisieren, auch schon etwas von der Göttlichkeit des Kindes zu erahnen. Myrrhe wurde besonders bei der Einbalsamierung der Toten verwendet und könnte damit schon auf den besonderen Tod von Jesus am Kreuz hinweisen.

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2. Weihnachtsfenster

Mitten im Alltag

Hirten auf dem Feld.

Tagein, tagaus die gleiche Arbeit.

Schafe hüten, bei Tag und bei Nacht.

Kälte und Hunger sind ständige Begleiter.

Immer auf der Hut sein vor Gefahren und wilden Tieren.

Menschen am Rand der Gesellschaft – arm, verachtet und ausgestoßen.

Das ist der Abschaum der Gesellschaft!

Mit denen will sich doch keiner voll machen.

Doch Gott denkt anders.

Er teilt nicht ein in OBEN und UNTEN.

Für ihn zählen nicht Reichtum und Ansehen.

Gott kommt mitten in den Alltag der Hirten – unverhofft und unerwartet.

Gott kommt auch mitten in unseren Alltag –

Unverhofft und unerwartet.

 

Die Hirten auf dem Feld

Geschenke (das war das Thema des letzten Textes + Bildes) – die haben die Hirten der damaligen Zeit wohl kaum erhalten.

Denen wurde nichts geschenkt. Sie waren die letzten der Gesellschaft. Abgehängt, obwohl ihre Arbeit wichtig war… systemrelevant … die Schafe waren ja Lebensgrundlage schlechthin – Milch, Fleisch, Wolle… Nahrung und Kleidung also … mit die wichtigsten Grundbedürfnisse des Menschen.

Vielleicht haben Sie manchmal ähnliche Gedanken und Gefühle? Abgehängt? Interessiert doch sowieso keinen?

Vielleicht können sie sich auch kaum vorstellen, dass Gott an ihrem Leben interessiert ist, geschweige denn etwas Gutes mit ihnen vorhaben könnte.

Dann herzlich willkommen in der Weihnachtsgeschichte. Denn dann geht es ihnen wie den Hirten. Aber gerade sie – die Hirten – sind heute aus keiner Krippenszene wegzudenken.

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1. Weihnachtsfenster

Advent

Erwartung liegt in adventlicher Luft, vermischt

mit verlockendem Plätzchenduft.

In den Geschäften geht es rund,

die Menschen hoffen auf einen Schnäppchenfund.

Eine Menge Geschenke müssen her,

der Geldbeutel wird so nach und nach leer.

Doch mancher wünschte sich lieber Zeit

und Raum für herzliche Gemeinsamkeit.

Zusammen sein und miteinander lachen

ist viel mehr wert als all die Sachen, die irgendwo im Regal verstauben

und letztlich wiederum Zeit nur rauben.

Möge doch der Sinn vom Schenken

unser Trachten wieder dorthin lenken,

wo es um wirklich Wertvolles geht

und der Mensch im Mittelpunkt steht.

Helga Schäferling , deutsche Sozialpädagogin

 

Geschenkt                      

Welches Geschenk für wen? Ob es auch gefällt? Ist man einverstanden mit den Wünschen der Kinder?   Kann und will man sie erfüllen? Und dann die tausend Kleinigkeiten für die lieben Bekannten… was wird es in diesem Jahr werden? Selbstgemachte Marmelade oder doch etwas Genähtes? Eine liebe Karte oder…. Schön ist das in den dunklen Stunden in der warmen Stube zu sitzen und für liebe Menschen etwas zu gestalten.

Was aber ist das großartigste Geschenk, das sie jemals erhalten haben?

Eine wertvolle Kette?                     Einen Traumurlaub?                           Ein Haustier?

„Mein Leben“ antwortete mir ein 6-Jähriger in der Schatzsucherinsel (Christenlehre) „… denn sonst könnte ich ja all die schönen Sachen gar nicht haben (genießen)!“

Siehst du das auch so?

Dein Leben – ein großartiges Geschenk?

Oder ist es dir manchmal mehr Last als Freude?

Geschenke…. Wenn wir das Schenken richtig verstehen, dann sind sie umsonst! Einfach so, ohne Gegenleistung! Da geht es nicht darum, dass der Beschenkte im gleichen Wert etwas zurückgeben muss.

Wir dürfen das Geschenk annehmen, auspacken, nutzen, genießen, etwas daraus machen.

Das Geschenk des Lebens – so liest oder hört man manchmal im Zusammenhang einer Schwangerschaft oder der Geburt eines kleinen Kindes.

Ob Maria es damals auch so gesehen hat?

Ein Geschenk, was da in ihrem Bauch heranwächst? Unter dieses schwierigen Umständen – nicht verheiratet (und das war damals wirklich ein Problem 😉 ), ein Kind, nein Gottes Sohn, unter mysteriösen Umständen („die halten mich doch alle für bekloppt und lassen mich einweisen“ – war vielleicht ein Gedanke) und dann noch die Volkszählung…

Von Maria lesen wir einen Lobgesang – ein Loblied an Gott – dem Schöpfer des Lebens.

Marias Loblied - Lukas 1, 46 - 55

46Maria erwiderte: »Gelobt sei der Herr!

47 Wie freue ich mich an Gott, meinem Retter!

48 Er hat seiner unbedeutenden Magd Beachtung geschenkt, darum werden mich die Menschen in alle Ewigkeit glücklich preisen.

49 Denn er, der Mächtige, ist heilig, und er hat Großes für mich getan.

50 Seine Barmherzigkeit gilt von Generation zu Generation allen, die ihn ehren.

51 Sein mächtiger Arm vollbringt Wunder! Wie er die Stolzen und Hochmütigen zerstreut!

52 Er hat Fürsten vom Thron gestürzt und niedrig Stehende erhöht.

53 Die Hungrigen hat er mit Gutem gesättigt und die Reichen mit leeren Händen fortgeschickt.

54 Und nun hat er seinem Diener Israel geholfen! Er hat seine Verheißung nicht vergessen, barmherzig zu sein,

55 wie er es unseren Vorfahren verheißen hat, Abraham und seinen Kindern - für immer.«

Vieles bewegt sie… ob das alles so richtig läuft gerade … ob die Regierungen die richtigen Entscheidungen treffen … ob die Gesellschaft so wirklich leben kann/ soll ... Aber trotzdem hat sie am Ende ein JA zum Leben. Zu ihrem eigenen und ihrer besonderen Aufgabe, die ihr zu Teil wird und zu diesem neuen Leben unter ihrem Herzen.

Nochmal: Was ist das großartigste Geschenk, das du jemals bekommen hast?

Dein Leben? Oder das deiner Kinder?

Wenn wir es so annehmen könnten…würden… was hätte das für eine Konsequenz? Unser Leben – geschenkt – umsonst – unverdient?                                                                                             

Wie reagieren wir auf den Schenker, den Geber?

Dankbar wie Maria? Unser Leben Gott – dem Schenker zur Verfügung stellen? Nicht als Gegenleistung!  Nein, aus Dankbarkeit!?

Und Josef? Wie wird es ihm ergangen sein?

Diese Nachricht von Maria? Schwanger, aber nicht von dir!

Aber auch er findet ein JA zum Leben. Zu einem Leben, dass er sich so ganz anders vorgestellt hatte. Natürlich er hatte übernatürliche Begegnungen, die ihm dazu verhalfen…. Aber sind das nicht auch Geschenke… Geschenke der Begegnung mit dem Allmächtigen? Er hätte sie auch einfach ignorieren können… abtun als Einbildung oder was auch immer…. Aber er hat sie wahrgenommen, angenommen und in die Tat umgesetzt.                                                                                  

Noch einmal:   Was ist das großartigste Geschenk, dass Sie jemals erhalten haben?

Eine gesegnete Zeit wünscht Ihnen allen Lydia Winter

 

Andacht zum Ewigkeitssonntag

Zwei Blätter am Ast nach Felix Saltan


Von der großen Eiche am Wiesenrand fiel das Laub. Es fiel von allen Bäumen. Ein Ast der Eiche stand hoch über den anderen Zweigen und langte weit hinaus zur Wiese. An seinem äußersten Ende saßen zwei Blätter zusammen.

„Es ist nicht mehr wie früher“, sagte das eine Blatt. „Nein“, erwiderte das andere. „Heute Nacht sind wieder so viele von uns davon…“

„Wir sind beinahe schon die Einzigen an unserem Ast.“ „Man weiß nicht, wen es trifft“, sagte das Erste.

„Als es noch Hitze gab, kam manchmal ein Sturm oder ein Wolkenbruch, und viele von uns wurden damals schon weggerissen, obgleich sie noch jung waren. Man weiß nicht, wen es trifft.“

"Jetzt scheint die Sonne nur noch selten“, seufzte das zweite Blatt, „und wenn sie scheint, gibt sie keine Kraft. Man müsste neue Kräfte haben.“

„Ob es wahr ist“, flüsterte das Erste, „ob es wohl wahr ist, dass an unserer Stelle andere kommen, wenn wir fort sind- und dann wieder andere und immer wieder …“

„Es ist sicher wahr“, flüsterte das Zweite, „man kann es gar nicht ausdenken …es geht über unsere Begriffe … Und wo gehen die anderen hin, die zur Erde fallen?“

 

Liebe Seniorinnen und Senioren,

der Monat November führt uns die Vergänglichkeit in der Natur, aber auch unsere eigene Vergänglichkeit deutlich vor Augen. Der Volkstrauertag und der Ewigkeitssonntag erinnern uns besonders daran.
Der Tod ist ein Teil unseres Lebens. Nichts ist so sicher wie die Tatsache: Wir alle müssen sterben. Werden und Vergehen – die Natur lässt uns das Jahr für Jahr erleben. Niemand kommt am Tod vorbei. Im Tod sind alle Menschen gleich. Da gibt es keine Ausnahmen.
Und obwohl wir das wissen, leben wir manchmal so, als würden wir niemals sterben. Viele Menschen verdrängen den Gedanken ans Sterben. Sie schieben ihn weg. Friedhöfe sind für sie Orte, an denen sie sich unwohl fühlen. Beerdigungen lösen Beklemmungen aus und machen sprachlos. Beim Schreiben einer Trauerkarte sind viele Menschen überfordert und unsicher. Die Kinder sollen möglichst keine Verlusterfahrungen haben. Man will ihnen die Trauer ersparen.
Doch Leben und Sterben gehören zusammen wie das Säen und Ernten, wie Licht und Dunkelheit, wie Freude und
Trauer …

Im Psalm 90 Vers 12 steht: „Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“

In einer neueren Übersetzung heißt es: „Mach uns bewusst, wie kurz unser Leben ist, damit wir endlich zur Besinnung kommen.“
Der Psalmbeter weiß, Leben und Sterben gehören zusammen. Darum fordert er uns auf: Bedenke! Mache dir bewusst! Der Tod kommt. Er ist Realität. Ihn auszublenden wäre dumm und unverantwortlich.
Was heißt das aber nun in diesem Zusammenhang klug werden oder zur Besinnung kommen?
 - Wir dürfen das Sterben nicht ausgrenzen aus unseren Gedanken, unserem Leben.
 - Jeder sollte sich bewusstmachen: Meine Zeit ist die Zeit, die Gott mir schenkt.
 - Regeln wir wichtige Angelegenheiten ehe es zu spät ist.
 - Bringen wir unsere Beziehungen zu Gott und den Menschen in Ordnung.
 - Fragt euch: Was ist wirklich wichtig im Leben?

Als Christen empfinden wir Trauer genauso wie andere Menschen, aber wir haben eine besondere Sicht auf das Sterben. Der Tod, das Sterben ist kein Punkt, sondern ein Doppelpunkt – da kommt noch was! Das Leben liegt nicht hinter uns, sondern vor uns. Jesus hat dem Tod die Macht genommen. Welch ein Trost, was für eine Hoffnung ist das für den der stirbt, aber auch für die, die zurückbleiben.
In vielen Liedern bringen wir diese Zuversicht zum Ausdruck:
„Christus ist mein Leben und Sterben ist mein Gewinn...“,
„In dir ist Freude in allem Leide …“, Leb ich, Gott, bist du bei mir. Sterb ich, bleib ich auch bei dir …“
Wenn die gefallenen Herbstblätter uns in der nächsten Zeit an unsere Vergänglichkeit erinnern, dann wollen wir daran denken: Wir können nicht tiefer fallen als nur in Gottes Hand.
Lasst uns einstimmen in das Gebet von Franz von Assisi:
Gott, Du bist der Anfang, Du bist das Ende, alles lebt durch deine Hände und für alle Deine Liebe will ich danken. Gib uns Kraft, Dein Licht zu sehen und auf Deinem Weg zu gehen. Du bist Glaube, Liebe, Hoffnung – Du bist Leben.

Amen.

Bleiben Sie behütet und gesegnet! Es grüßt Sie im Namen aller Mitarbeiter

Ihre Birgit Mehlhorn

Aktuelle Informationen

GOTTESDIENST mit "Back to Life" am 06.11.2021 um 16.00 Uhr in der Christuskirche Beierfeld. Herzliche Einladung dazu, wir freuen uns auf euer kommen.

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